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Von Lohbrügge nach Europa
Unsere Schule ist für das EU-Programm „Erasmus-Plus“ (Erasmus+) erfolgreich akkreditiert und kann bis 2027 auf einfache Weise Erasmus-Fördermittel anfordern. Aber was ist Erasmus+ eigentlich genau?
„Das EU-Programm Erasmus+ unterstützt das lebenslange Lernen, um die schulische, berufliche und persönliche Entwicklung von Menschen in Europa zu fördern. Mehr Bürgerinnen und Bürger in Europa sollen die Chance erhalten, im Ausland zu lernen, zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder einen Freiwilligendienst zu leisten.
Seit 2014 fördert Erasmus+ persönliche Begegnungen, digitalen Austausch und gemeinsame Projekte für Schulen, Kitas und andere Einrichtungen der Schulbildung. Tausende Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler aus Deutschland haben Europa damit neu erlebt und kennengelernt. Das neue Programm Erasmus+ ab 2021 mit einer Laufzeit von sieben Jahren ist offener und flexibler angelegt als das Vorläuferprogramm. Erasmus+ stärkt und fördert…
- …die europäische Dimension des Lehrens und Lernens
- …Werte wie Integration und Vielfalt, Toleranz und demokratische Teilhabe
- …digitales Lernen
- …ökologische Nachhaltigkeit und umweltfreundliches Verhalten
- …das Wissen über das gemeinsame europäische Erbe und die Vielfalt
- …die Entwicklung professioneller Netzwerke in ganz Europa.“
(siehe: https://www.erasmusplus.de/erasmus/schulbildung)
Frankreich
Wer schon einmal an einem Austausch teilgenommen hat, weiß, dass die Erinnerungen daran besonders lange erhalten bleiben. Die Ursache liegt im hautnahen Erleben der Kultur und Gepflogenheiten vor Ort, die sich meist mehr einbrennen als Informationen, die man gehört oder gelesen hat.
Zwar wird schon im Unterricht einiges über unser Nachbarland gelernt, aber „live“ den Alltag einer Familie in Frankreich zu begleiten, ist nicht nur besonders spannend, sondern bringt die Teilnehmenden auch menschlich ein Stück weiter. Es gehört schon etwas Mut dazu, sich in eine Gastfamilie zu begeben, die in der Regel kaum Deutsch, dafür aber ziemlich schnell Französisch spricht. Da aber alle Beteiligten Interesse und Offenheit mitbringen, findet man schnell einen Weg zu kommunizieren und sich aufeinander einzustellen.
Sowohl in Calais als auch beim Gegenbesuch hier in Hamburg stehen gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten auf dem Programm und es gibt viele Gelegenheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Lebenswelten festzustellen und vor allem Spaß zu haben.
Ergänzend noch ein paar Eckdaten zum Austausch, der sich an Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse richtet. Für eine Woche besuchen die Teilnehmer unsere Partnerschule in Calais, das Collège Jeanne d’Arc. Ebenso erhalten wir von dort Gegenbesuch nach dem Prinzip des wechselseitigen Besuchs in den Gastfamilien. Einige Rückmeldungen aus zurückliegenden Austauschrunden mögen den Stellenwert des Projekts unterstreichen:
„Es war ein tolles Erlebnis mit neuen Bekanntschaften bzw. Freundschaften. Man kann auf sich stolz sein, dass man sich auf diesen Austausch eingelassen hat, weil man nicht wusste, was auf einen zukommt in Frankreich. Es ist eine gute Erfahrung und ich habe viel gelernt über die Sprache, die Menschen & Kultur.“
„Ich würde allen empfehlen, diesen Austausch zu machen und sich auf das Abenteuer einzulassen. Man erfährt viel über seine eigene Kultur. Man wächst auch über sich hinaus.“
„Das Erlebnis war einzigartig.“
„Mir wird dieser Austausch ein Leben lang als tolle Erfahrungen in meinen Erinnerungen bleiben, mit allen Höhen & Tiefen.“
Wir unterstützen auch alle, die an einem von der Schulbehörde organisierten Austausch teilnehmen möchten. Dazu zählt ein zweiwöchiger Austausch mit der französischsprachigen Schweiz ebenso wie ein Angebot für etwa zwei Monate, bei dem Schülerinnen oder Schüler z.B. in Toulouse in einer Gastfamilie aufgenommen werden.
Tschechien (Berufsorientierung)
Der zweiwöchige berufsorientierte Austausch Prag/Hamburg wird an unserer Schule seit 2018 durchgeführt. Seit 2021 wird das Projekt durch das EU-Programm Erasmus+ gefördert, das lebenslanges Lernen unterstützt und die schulische, berufliche sowie persönliche Entwicklung von Menschen in Europa stärkt.
Das Gymnasium Bornbrook kooperiert mit renommierten Schulen in Prag (Tschechien), die Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 die Möglichkeit bieten, praktische berufliche Erfahrungen in den Bereichen Gesundheitswesen (beispielsweise Zahntechnik, Chemielabor, Augenoptik und Pharmazie) in einem internationalen Umfeld zu sammeln.
Darüber hinaus arbeiteten wir mit einer technischen Schule zusammen, deren Schwerpunkte in den Bereichen IT, Mechatronik und Elektrotechnik liegen. Die Schülerinnen und Schüler dieser Schulen erwerben mit dem Abschluss gleichzeitig das Abitur und eine fachliche Qualifikation. Während ihres Aufenthalts in Hamburg absolvieren sie ihr erstes Auslandspraktikum.
Unsere Schülerinnen und Schüler begleiten die tschechischen Gäste durch die Hansestadt Hamburg und entdecken dabei ihre eigene Stadt und ihr Land aus einer neuen Perspektive. Neben der Berufsorientierung erhalten sie in Prag die Möglichkeit, ihre digitalen Kompetenzen und Englischkenntnisse zu vertiefen sowie neue Lernformen im europäischen Ausland kennenzulernen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs ist das kulturelle Miteinander: Theater-, Museums- und Kinobesuche sowie gemeinsame Ausflüge gehören ebenso zum Programm wie zahlreiche Aktivitäten mit den Austauschschülerinnen und -schülern. Der intensive persönliche Kontakt zwischen den Jugendlichen beider Länder steht dabei im Mittelpunkt. Gleichzeitig lernen sie die Geschichte Tschechiens und Europas aus unterschiedlichen Perspektiven kennen und entwickeln ein besseres Verständnis für kulturelle Vielfalt und europäische Zusammenarbeit.
Tschechien (Projekt Wende 1989)
Bei diesem in 2026 durchgeführten Projekt stand das Wendejahr 1989 im Mittelpunkt der Erarbeitung. Im Zuge dessen konnten wir die neue Kultur und das Land kennenlernen, internationale Freundschaften schließen sowie unsere Englisch-Sprachkenntnisse, unser Selbstvertrauen und unser interkulturelles Verständnis stärken und einen Teil der jüngeren Geschichte der beiden Länder vor Ort kennenlernen.
Während unseres Aufenthalts besuchten wir an zwei Tagen das Humanistische Gymnasium in Prag. Nach einer Schulführung lernten wir unsere Austauschpartner bei Kennenlernspielen besser kennen und stellten unsere Schule, unsere Stadt und unser Land vor. Am zweiten Tag erarbeiteten wir in deutsch-tschechischen Gruppen Präsentationen über das Thema 1989 und präsentierten sie den Klassen unserer Austauschpartner.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Geschichte des Jahres 1989. Wir besuchten die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag, das Museum der geheimen Polizei und das Museum des Kommunismus. Dort erfuhren wir viel über das Leben in der DDR und sozialistischen Tschechoslowakei, die Überwachung der Bevölkerung und die Flucht vieler DDR-Bürger über Prag und die Samtene Revolution von 1989. Der Austausch war für uns spannend und lehrreich, weil wir Geschichte direkt vor Ort erleben konnten.
Prag ist die Hauptstadt Tschechiens und wird auch die „Goldene Stadt“ genannt. Sie beeindruckt mit ihrer historischen Altstadt und berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Prager Burg, der Karlsbrücke, dem Altstädter Ring und der Astronomischen Uhr. Außerdem probierten wir die Spezialität Trdelník. Der Aufenthalt zeigte uns eindrucksvoll die kulturelle und historische Vielfalt Europas.
Schweden (Nachhaltigkeit)
Dieses Projekt zielte ab auf eine Begegnung von Schülergruppen zum Thema Nachhaltigkeit im schwedischen Lund. Im Blickpunkt standen dabei Maßnahmen der Schule und der Stadt Lund gegen den Klimawandel. Einen Eindruck von dem Austausch mögen auch hier einzelne Auszüge aus dem Bericht teilnehmender Schülerinnen und Schüler vermitteln:
„Als Erstes ist uns aufgefallen, dass Lund viel ruhiger wirkt als Hamburg. In Hamburg gibt es oft viel Verkehr, laute Straßen und viele Menschen. In Lund dagegen fahren weniger Autos und alles wirkt entspannter. Viele Menschen fahren dort Fahrrad, sogar Schüler und Lehrer. Deshalb sieht man überall Fahrradständer und Radwege.
Ein weiterer Unterschied ist das Umweltbewusstsein. Lund scheint viel mehr auf Umwelt und Nachhaltigkeit zu achten. Wie schon erwähnt benutzen viele Leute Fahrräder, aber auch Busse statt Autos, während in Hamburg alle Straßen voll mit Autos und Motorrädern sind. Außerdem gibt es an vielen Orten Mülltrennung und generell wenig Müll auf den Straßen. Insgesamt wirkt die Stadt sauberer und umweltbewusster als Hamburg.“
„In Deutschland ist der Schulalltag stärker strukturiert. Es gibt klare Stundenpläne und regelmäßig Hausaufgaben. Außerdem werden Schüler früher auf verschiedene Schulformen verteilt. Der Leistungsdruck ist insgesamt höher, besonders in Richtung Abschlussprüfungen.
In Schweden gibt es einige besondere Dinge im Schulsystem. Zum Beispiel bekommen Schüler, die nach der 11. Klasse weiter zur Schule gehen, monatlich etwa 120 Euro vom Staat als Unterstützung. Außerdem gibt es kostenloses und gesundes Mittagessen in der Schule, das bestimmte Nährstoffe enthalten muss.
Lehrer werden oft mit Vornamen angesprochen, was die Beziehung lockerer macht. Außerdem gibt es spezielle Lehrkräfte, die Schüler bei der Berufsorientierung unterstützen und ihnen helfen, ihren späteren beruflichen Weg zu finden.“






















